Geschichte des Spiritismus in Deutschland


Leibniz Schriften zur „Monadologie“
Januar 1714
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) – der berühmte Philosoph und Mathematiker schrieb 1714 bereits im Rahmen von “Hauptschriften zur Grundlegung der Philosophie II” Aufsätze zu „Die Monadologie“. Damit befasst sich Leibniz mit der Thematik von Geist, Seele und Seelenwanderung. Der Begriff „Monade“ (griechisch μονάς monás „Einheit“, „Einfachheit“) beschreibt „eine naturphilosophisch gedachte Einheit von zugleich physischer und psychischer Bedeutung“. Monaden sind unspezifisch. Man kann sie mit dem „Perisprit“, wie A. Kardec „Geist“ aber auch „Fluidum“ bezeichnet, vergleichen. Leibniz versuchte eben jenes greifbarer, d.h. erklärbarer zu machen, was außerhalb des physischen Körpers ist und auch, was nach dem Tod des Körpers überlebt. Er wollte es nicht nur ‚Bewusstsein‘ nennen, sondern dem Thema einen transzendentalen, greifbaren Charakter geben. Somit leitet Leibniz im 18ten Jahrhundert die Epoche des philosophischen und literarischen „Deutschen Geistes“ an, voller Spiritualität und Suche nach tiefgründiger Philosophie der wichtigsten Fragen des Menschenlebens.

Mesmer und der animalische Magnetismus
Januar 1759
Friedrich Anton Mesmer (1734 -1815) – Schwäbischer Arzt, der in Wien und Paris ab 1759 praktizierte und Untersuchungen zur Entdeckung und Erforschung eines „zentralen Agens des menschlichen Organismus zur Steuerung von Nerven, Muskeln und Körpersäften“ vornahm. Er entdeckte den tierischen bzw. „animalischen Magnetismus“, damit war gemeint, dass der Mensch (genauer gesagt, jede Zelle eines lebenden Körpers) umgeben von einem magnetischen Feld sei, ähnlich wie die Erde vom Erdmagnetismus. Und dieser Magnetismus beeinflusst essentiell unseren Körper und damit unsere Gesundheit positiv und negativ. Mesmer setzte zur Übertragung der magnetischen Heilströme auf die Hilfesuchenden folgende Verfahren ein: Handauflegen, Luftstriche.
Mesmer betrieb also Grundlagenforschung für Therapeutic Touch (TT), Reiki (Handauflegen) und für das, was heute Dr. R. Sheldrake „Morphogenetic / Morphic Fields“ nennt. Er inspirierte Kardec und viele Menschen im Bereich der Hypnose, Homöopathie und ist vielleicht sogar der Pionier der später begründeten „Photonen der Zellen“ u.v.m. Mesmer ist heute mehr im Ausland als in seinem Heimatland Deutschland bekannt. Vor allem in den Spiritistischen Zentren weltweit ist die Praxis der Handauflegung nach Mesmers „Magnetismus“ ein fester Bestandteil der Therapien an Hilfesuchenden.

Kant als Metaphysiker
Januar 1766
Immanuel Kant (1724 -1804) – Der berühmte Philosoph schrieb zwischen den Jahren 1765 und 1766, „Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik“. Es waren Aufsätze, die philosophische Fragen behandelten wie „Gibt es Geister – also überleben wir unseren Tod?“ „Können wir mit den Verstorbenen kommunizieren?“ Möglicherweise hat Kant das erste Mal den Begriff „Metaphysik“ verwendet und eingeführt. An dieser Stelle können wir festhalten, dass In Deutschland zu Mitte des 18. Jahrhunderts die Philosophie blühte.

Der Klopfegeist zu Dibbesdorf
Januar 1767
1767 / 68, Dibbesdorf. Ein bemerkenswertes seltsames Ereignis beschäftige eine ganze Region und auch fast das ganze Land. „Der Klopfegeist zu Dibbesdorf“ – Es sind Berichte in den Wochenmärkten und in den Tageszeitungen von einer „Geistermanifestation“ („Kloppeding“) in der Nähe von Braunschweig. Erst später wurde ausführlicher darüber berichtet. Zusammengefasst: Ein so genannter Klopfgeist teilte sich mehrfach mit und tat dies lautstark. Es wurden Fragen gestellt, die mit Klopftönen beantwortet wurden. Es war ein „Medienereignis“ würde man heute dazu schreiben. Das Phänomen hielt wochenlang. Es wurde in den Zeitungen auch sehr kritisch darüber berichtet (siehe Zeitungsausschnitt), alle seien Scharlatane und die Wirte wollen nur Gäste damit locken. Die Wirtsfamilie (Familie Kettelhut) in dem Haus, wo sich der Geist mitteilte, wurde des Betruges beschuldigt, musste ihren Gasthof schließen und verarmte. Nach eingehender Untersuchung von Polizei und Wissenschaft gab es widersprüchliche Aussagen von Ursache und Sinn der Klopflaute. Manches sprach dafür, manches dagegen, dass es sich hier wahrlich um eine „Geistermanifestation“ handelte. Ein Jurist, der das prüfte schrieb: „Bei dieser Geschichte geht uns beinahe unser ganzes Latein aus.“
Jedenfalls war 1767 in diesem kleinen deutschen Dorf Dibbesdorf somit eine Epoche der Geistermanifestationen in ganz Europa und auch weltweit eingeleitet.
Für uns Spiritisten ist dieses Ereignis besonders bemerkenswert. Denn es geschah mehr als 30 Jahre vor der Geburt Allan Kardec‘s und 80 Jahre vor den Phänomenen mit den Schwestern Fox in Hydesville, USA.

Lessing und das Thema “Tod”
Januar 1769
Gotthold Ephraim Lessing (1729 -1781) – Auch Lessing beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Tod und hat 1769 mit seiner Schrift „Wie die Alten den Tod gebildet“ über Darstellungen des Todes bzw. die Totenehrung und ihre Bedeutungen berichtet. Ein Beispiel: Lessing interessierte sich auch für den “Klopfgeist in Dibbesdorf” und besuchte das Dorf des damaligen Phänomens. Wir werden hier selbstverständlich nur die markantesten, vielleicht prominentesten Titel und Werke erwähnen können aus den Tausenden, die es gab. Denn von ihrer Existenz wissen nur die Wenigsten von uns in Deutschland.

Jung-Stilling begründet die Pneumatologie
Januar 1808
Johann Heinrich Jung-Stilling (1740- 1817) – Auch der Wissenschaftler aus Karlsruhe Jung-Stilling beschäftigte sich intensiv mit der Frage: “Gibt es etwas wie ein individuelles Bewusstsein?” Beispiele sind auch seinen 1808 erschienenen Schriften „Theorie der Geisterkunde – Die Pneumatologie“ oder „Geister, Gespenster und Hades“ zu entnehmen. Der Begriff „Pneumatologie“ („pneûma ‚Hauch, Atem’ und λόγος lógos ‚Rede, Sinn’“) bezeichnet im engeren Sinne, wenn Medien Geisterstimmen hören oder sich ein Geist mittels „reden“ mitteilt. Bei Allan Kardec wird „Pneumatologie“ unter Pneumatographie (Schreiben) und mit Pneumatophonie (Stimme) im Buch der Medien detaillierter beschrieben.

Justinus Kerner als Spiritist
Januar 1829
Dr. Justinus Kerner (1786 – 1862) – deutscher Arzt und Dichter und Gelehrter aus Weinsberg. Mit „Die Seherin von Prevorst“, 1829 Stuttgart, sammelte Kerner zu verschiedenen Themen Fragen, die dann durch das Medium mittels Schlaf-Kundgaben beantwortet wurden. Es entstand erstmals eine Reihe mediumistischer Kundgaben in deutscher Sprache. Das erinnert sehr an die Werke Allan Kardecs einige Jahre später. Kerner schrieb auch andere spiritistischen Bücher, u.a. über Mesmer „Franz Anton Mesmer aus Schwaben, Entdecker des thierischen Magnetismus“

Erste deutschen Übersetzungen der Bücher von Allan Kardec
Januar 1866
Die ersten deutschen Übersetzungen der spiritistischen Grundliteratur von Kardec ließen nicht lange auf sich warten:
- 1866, Zürich, Das Buch der Geister, Verlag C. Schmidt (nur 9 Jahre nach Erscheinung des Originals)
- 1890, Berlin, Der Himmel und die Hölle, Verlag K. Sigismund
- 1891, Leipzig, Das Buch der Medien, Verlag O. Mutze
später
- 2002, München, Das Evangelium im Lichte des Spiritismus, Spiritismus Verlag
- 2004, Frankfurt, Die Genesis, Verlag Lichttropfen

Prof. Zöllner: Forschungen an den Grenzwissenschaften
Januar 1877
Prof. Johann Karl Friedrich Zöllner (1834-1882) – brachte in Leipzig um 1877 mit seinen “wissenschaftlichen Abhandlungen” zu „Vierte Dimension und Okkultismus“ dieses Thema in die Wissenschaftskreise der damaligen Zeit. Es handelte sich um wissenschaftliche Abhandlungen, welche das Thema fundiert und differenzierter behandelten. Somit wurde es in den wissenschaftlichen Kreisen in Deutschland gängige Praxis, die spiritistischen Themen der Parapsychologie, Grenzwissenschaft und Leben nach dem Tod usw. zu erörtern und zu behandeln. Betrachtet man die Spiritistische Lehre nach Kardec in ihren drei Grundaspekten – philosophisch, religiös-moralisch und wissenschaftlich (siehe Artikel Die 3 Grundaspekte der Spiritistischen Lehre ) – so setzte man bereits zu jener Zeit im deutschsprachigen Raum, aber auch in anderen Ländern Europas, den Fokus besonders auf den wissenschaftlichen Aspekt dieser spiritistischen Themen.

Schrenck-Notzing und der wissenschaftliche Spiritismus in Deutschland
Januar 1986
Dr. Albert Freiherr von Schrenck-Notzing (1862–1929) war ein deutscher Mediziner und gilt zu Recht als „ein Pionier der Psychotherapie und der Parapsychologie“. Er war ein herausragender und europaweit anerkannter Forscher der mediumistischen und eben der spiritistischen Themen. Aufgrund seiner Forschungen und wissenschaftlichen Tätigkeiten auf verschiedenen Gebieten seit den 1886ern (Gründung der Psychologische Gesellschaft zusammen mit Carl du Prel) machte er sich einen Namen im Bereich: Hypnose, Parapsychologie (z.B. mit „Materialisationsphänomene“). Sein Wirken und seine Sitzungen waren schon zu seinen Lebzeiten sehr berühmt in der deutschen Gesellschaft. Er war sehr vernetzt und hielt regen Austausch mit Thomas Mann, Sigmund Freud, C.G. Jung und anderen Denkern seiner Zeit. Unter anderen hinterließ er Werke wie:
1914, Munich, «Die Traumtänzerin Magdeleine C., Materialisationsphänomene». Una contribución a la investigación de la telepatía mediúmnica.
1922, München, Experimente der Fernbewegung (Telekinese) in der Münchner Universität

Carl du Prel als transzendentaler Philosoph
Januar 1893
Baron Carl du Prel (1839-1899), deutscher Philosoph und Schriftsteller – war zwar erst spät von der Existenz einer geistigen Welt überzeugt, umso fundierter forschte und schrieb er dann jahrzehntelang über die philosophische Betrachtung dieser Themengebiete, wie 1893 in München/Leipzig „Der Spiritismus“. Zu seinem Bekenntnis schrieb er später „Wie ich Spiritist geworden bin“.
Du Prel schrieb zahlreiche wertvolle Bücher, wie z.B.: „Die Psyche und das Ewige. Grundriss einer transzendentalen Psychologie“, Pforzheim 1871.

Aksakow schreibt „Animismus und Spiritismus“
Januar 1898
Alexander Nikolajewitsch Aksakow (1832–1903) – war ein in Berlin lebender russischer Wissenschaftler. In dem Büchlein „Vorläufer des Spiritismus“ schrieb er bezeichnenderweise bereits über die Geschichte des Spiritismus in Deutschland und Europa. Somit wurde in der damaligen Zeit in ganz Europa der Begriff „Spiritismus“ für all die Themen und Phänomene, die in Verbindung mit Geist, Seele und Reinkarnation stehen, eingeführt und gesetzt. Nicht zuletzt haben die Bücher von Kardec ebenfalls dazu beigetragen. 1898 in Leipzig wurden „Animismus und Spiritismus“ Band I und II von Aksakow herausgegeben. Diese Werke sind unter den Spiritisten weltweit Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Dort wird die bis heute sehr wichtige Kernfrage der sensitiven Menschen erörtert und studiert: “Sind diese Empfindungen und Bilder von mir selbst (Animismus) oder erhalte ich diese als Botschaft aus dem Jenseits (Spiritismus)?”
Interessant hierzu war, dass Aksakow diese Bücher als Gegenargumentation oder Gegenschrift zu v. Hartmann’s Büchern und Thesen verfasst hatte.

Die spiritistische Lehre zwischen 19. und 20. Jahrhundert
Januar 1900
So erfuhr die Spiritistische Lehre Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland ihren Höhepunkt und breitete sich in ganz Europa positiv in allen Bevölkerungsschichten aus.
«Ungeachtet solcher periodisch wiederkehrenden Entlarvungen von Medien verlor der Spiritismus in Deutschland nach 1881 den Charakter der privaten Passion einiger Kleinbürger, der Bourgeoisie und Adliger. Er wurde zu einer Bewegung, deren Anhängerschaft in die Tausende ging» schrieb Dr. Sawicki dazu.
Es gab auch viele Menschen, die rein negatives, dunkles Wirken unter der Bezeichnung ‚Spiritismus‘ betrieben, die auch betrügerisch und rein kommerziell gehandelt haben. Diese negativen Auswirkungen wurden vielfach mit dem Spiritismus an sich gleichgesetzt, daher geriet die ganze Lehre in der Gesellschaft auch stark in Verruf.
Aber zahlreiche Wissenschaftler, Hofleute, gebildetes Bürgertum und auch einfaches Volk erkannten die Güte und die Wichtigkeit dieser Lehre. So waren vor allem in den Jahren zwischen 1750 bis 1940 diese fundamentalen Fragen ernsthaft präsent und wichtige Elemente der Diskussion innerhalb der deutschen Gesellschaft. Die spiritistischen Themen waren also damals absoluter „Mainstream“.
Zum Titelbild: „Verkehr mit der Geisterwelt in bürgerlichem Ambiente: Die deutschen Protagonisten des kardecianischen Spiritismus“ Abbild von einem Treffen und mediumistischer Sitzung mit der gleichgesinnten Besucherin aus Ungarn: Adelma von Vay. (Bild Copyright „Leben mit den Toten“, Sawicki).
Adelma von Vay schrieb das Buch „Geist, Kraft, Stoff“.

Der sächsische Spiritismus
Januar 1901
Es gab ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch mehrere spiritistische Zeitschriften, die über Versammlungen und Vorträge der spiritistischen Vereine sowie über die Veröffentlichung von Büchern in dieser Zeit von 1870 bis ca. 1910 berichtet haben. Sie waren auch regional organisiert und vertreten, wie hier in “Sächsischen Spiritismus”.
Bild Copyright „Leben mit den Toten“, Sawicki

Weitere Werke und deren Autoren in dieser wunderbaren Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts möchten wir hier hervorheben.
1937, New York, Johannes Greber (1874-1944), „Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes“ (Anmerkung: Wir als Spiritisten können nicht alle Aussagen und Methoden von Greber aus seinen Büchern befürworten. Allerdings hat Greber historisch gesehen einen sehr starken Einfluss auf die spirituelle Bewegung im deutschsprachigen Raum generell ausgeübt).
1905, München, Generalmajor a. D. Joseph Peter, «Der Spiritismus und seine Phänomene»
1920, Hofrat Prof Max Seiling„Die Kardinalfrage der Menschheit”. Für die spiritualistische Frage vom Fortleben nach dem Tode“ oder „Goethe als Okkultist
1921, Leipzig, Gerichtspräsident Georg Sulzer, u.a. „Bleibet Christen! Ein Mahnruf an alle Spiritisten.“ und „Truggeister im Spiritismus“ (Anmerkung: Sulzer warnt den Deutschen in der Schrift davor, die Spiritistische Lehre rein wissenschaftlich zu betrachten. Es sei auch wichtig, Christ zu bleiben. Wie auch nach Kardec ist es wichtig, stets die philosophischen und christlich-moralischen Aspekte zu beachten. Zu dieser Zeit entwickelten sich sogar zwei Strömungen in Deutschland. Die eine Bewegung war mehr rein wissenschaftlich spiritistisch angetrieben. Die andere Bewegung mehr philosophisch religiös und mehr verbunden mit Allan Kardec.)
Weitere Persönlichkeiten engagierten sich für den Spiritismus
Januar 1905
Viele wertvollen Persönlichkeiten und Bürger engagierten sich ernsthaft mit dem Thema und arbeiteten ehrenamtlich für die Bekanntgabe der Spiritistischen Lehre im deutschsprachigen Raum.

➛ Carl von Rappard
➛ Bernhard Cyriax
➛ Graf Adolf Lodzia Poninski
➛ Immanuel Hermann Fichte
➛ Chrn. Hch. Wilhelm Feller
➛ Maximilian Perty
➛ Gregor Constantin Wittig
➛ Johann Kaspar Lavater
➛ Fritz Feilgenhauer, Herausgeber der «Zeitschrift für Spiritismus und verwandte Gebiete»

Spiritistische Verlage um 1920
Januar 1920
In dieser Zeit – vor allem in Leipzig, München, Zürich und Wien – um 1920 entstanden viele Verlage, die sich hauptsächlich spiritistischen Themen gewidmet haben. Häufig publizierten sie wertvolle, wunderbare Werke (trotz der merkwürdigen Titel wie „Okkultismus …“ usw.).
Spiritistische Verlage um 1920: Oswald Mutze, Karl Sigismund, Caesar Baudi Ritter von Vesme, Cäsar Schmidt usw…
Aber sie hatten auch ein kommerzielles Interesse, einen möglichst breiten Leserkreis zu erreichen. Somit waren viele Titel von fragwürdigem, angstmachendem Inhalt. So spiegelten sie auch die Nachfrage und auch die Gesellschaft wider. Um diese Bücher einschätzen zu können, eignet sich die „Prüfung der drei Säulen“ (nämlich die philosophische, religiös-moralische und wissenschaftliche Prüfung anzuwenden).
Genauso interessant und lesenswert sind fundierte Gegenschriften, welche die spiritistische Grundlage (Existenz der Seele, Leben nach dem Tod, Reinkarnation, Verkehr mit dem Jenseits, usw.) in Frage stellen. Wie zum Beispiel die Schriften und Bücher von Eduard von Hartmann. Er war ein kritischer Vertreter des Animismus für die spiritistischen Phänomene und wurde als „der Philosoph des Unbewussten“ bezeichnet. Und genau hierzu schrieb Aksakow seine Gegentheorie mit dem Titel „Animismus und Spiritismus“.

Hinrich Ohlhaver
Januar 1930
1930 publizierte der Hamburger Kaufmann Hinrich Ohlhaver das Buch „Die Toten leben“ in dem er über seine Erfahrungen mit dem Medium Elisabeth Tambke berichtete. Dabei reist er durch ganz Deutschland und hielt mit dem Medium spiritistische Treffen, Vorträge und Sitzungen ab. Er wollte das Thema ernsthaft bekannt machen. Sie wollten auch Menschen mittels geistiger Kommunikation durch Madame Tambke helfen.
Zu dieser Zeit wuchsen die Repressionen aufgrund des nationalsozialistischen Gedankenguts. Auch Spiritisten wurden in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Es ist anzunehmen, dass Ohlhaver auch ein Opfer des NS-Regimes wurde. Er kam von einer seiner Reisen nicht mehr nach Hause zurück….

Bücherverbrennung der spiritistischen Bücher
Januar 1933
Bücherverbrennung im frühen nationalsozialistischen Deutschland – Auch spiritistische Bücher wurden verbrannt. Spiritisten nach Kardec mussten ihre Bücher, ihre Arbeit im Verein und in Verlagen zunächst verborgen halten und dann gänzlich aufgeben. Einige der sehr mutigen Frauen und Männer verloren auch ihr Leben, da sie ihren Glauben gegenüber der Staatsgewalt nicht verbergen konnten.

Waren Nazis auch Spiritisten?
Januar 1934
Waren manche Nazis selbst Anhänger von Okkultismus oder von Spiritismus?
„Es scheint ein kleines Missverständnis darüber zu geben, ob sich die Nazis selbst dem Okkultismus verschrieben haben. Viele der Artikel berichten, dass die Funde annehmen lassen, dass diese wiederentdeckten spiritistischen Bibliotheken, Bibliotheken der Nazis waren. Da ist ein großes Missverständnis.Das war in den allermeisten Fällen so ziemlich das Gegenteil der Fall.”
Der Grund, warum die Nazis die Werke von Parapsychologie und Spiritismus usw. gesammelt haben, war nicht, weil sie daran glaubten. Ein Teil der Nazis glaubte vielmehr, dass diese Werke und damit das Gedankengut eine mögliche Gefahr für den Nationalsozialismus darstellen. Denn sie haben ihre eigenen Ideologien, die häufig auch sehr befreiend, positiv und erleuchtend sind (siehe Lehre der Reinkarnation). Somit standen die Bücher, deren Autoren, Leser und Vereinsmitglieder der betreffenden Gesellschaften auf der Liste der potenziellen Feinde. (…) In den Augen des Sicherheitsdienstes reichte es schon aus, wenn man einer Freimaurerloge oder einer okkulten Gruppe angehörte, um auf die schwarze Liste zu kommen. Sie überwachten all diese Gruppen und eines Tages schlugen sie zu und nahmen all ihre Materialien mit. Deshalb entspricht meine Interpretation dem Gegenteil der populären Annahme, die Nazis hätten solche Sachen gesammelt, weil sie selbst den okkulten Prinzipien folgten. Ich denke sie sammelten die Sachen, weil sie in diesen Gruppen potenzielle Feinde sahen.

Rudolf Passian – Botschafter für das geistige Leben
Januar 1971
Rudolf Passian (1924-2018) Der liebenswerte Weltbürger Passian war ein sehr engagierter Schriftsteller und Vortragsredner im Bereich Reinkarnation, Jenseits und mediale Eigenschaften des Menschen. Er prägte seit den 1970er Jahren wie kaum ein anderer die Erforschung rund um die so genannten „PSI-Phänomen“ im deutschsprachigen Raum.
Passian sammelte im Lauf der Jahre zahlreiche Bücher und hinterließ die vollständigste spirituelle, spiritistische und parapsychologische Bibliothek in deutscher Sprache.

Ein deutscher Physiker begründet die Unsterblichkeit der Seele
Januar 1975
Prof. Dr. rer. nat. Werner Schiebeler, Physiker (1923 -2006) war ein Forscher und engagierter Parapsychologe, der offen und glaubhaft die Phänomene der hochsensiblen Menschen (so genannte Medien) aus dem Blickwinkel eines Physikers erforschte. Beispiele seiner Bücher:
1983, Ravensburg, „Das Fortleben nach dem Tode“ zu Parapsychologie und Parapsychophysik (Begriff: Paraphysik)
1989, Neuwied, „Zeugnis für die jenseitige Welt“

Erste Treffen der deutschen Spiritisten der Neuzeit
Januar 1990
Ab den 1990er Jahren entstanden auch die ersten spiritistischen Gruppen der Nachkriegszeit, die spiritistische Studien und Arbeit nach Allan Kardec betreiben, meistens durch brasilianische Einwanderer gegründet (in den Kriegszeiten entwickelte sich die spiritistische Lehre nach Kardec besonders stark in den südamerikanischen Ländern weiter, insbesondere in Brasilien). Die ersten Gruppen wurden in Köln, Berlin und München gegründet.
1996, I Brüderliches Treffen der spiritistischen Gruppen Deutschlands
1996, Erste deutsche spiritistische Internetseite wurde erstellt: www.bsoes.de

Erste Vorträge von Divaldo Franco in Deutschland
1993
1993 fanden die ersten Vorträge des berühmten brasilianischen Redners und Mediums Divaldo Pereira Franco in Deutschland statt.

Veröffentlichung des Buches „Leben mit den Toten“
Januar 2022
Eine gute Übersicht über die Spiritistische Praxis in Deutschland der vergangenen Jahrhunderte gibt das Buch „Leben mit den Toten – Geisterglauben und die Entstehung des Spiritismus in Deutschland 1770 – 1900“ von Diethard Sawicki.
Sawicki steht dem gegenüber zwar sehr skeptisch gegenüber, hat aber die Geschichte der Spiritistischen Bewegung und Arbeit in Deutschland der damaligen Zeit sehr akribisch erforscht und herausgegeben.

Das Evangelium aus der Sicht des Spiritismus wird auf Deutsch veröffentlicht
Januar 2022
2002 in München, wurde „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ durch den neu gegründeten Verlag „Spiritismus Verlag“ veröffentlicht.

Gründung von spiritistischen Verlagen
Junio 2002
- Spiritismus Verlag
- Lichttropfen Verlag
- Perisprit Verlag
- EDICEI

Berlin „Vereinigung der Deutschen Spiritistischen Gruppen“ gegründet
Oktober 2003
Am 26. Oktober 2003 wurde in Berlin die „Vereinigung der Deutschen Spiritistischen Gruppen“ gegründet mit dem Ziel die Arbeiten der spiritistischen Gruppen besser zu koordinieren und gemeinsam für die Öffentlichkeitsarbeit der Spiritistischen Lehre in Deutschland zu arbeiten.
Bonn, 18. Oktober 2005, Umbenennung in „Deutsche Spiritistische Vereinigung“ (D.S.V.)

Viele spiritistische Vereine wurden offiziell in Deutschland gegründet.
- 2004, Stuttgart, erster offiziell gegründeter Verein der Nachkriegszeit «Spiritistischer Studienkreis Allan Kardec» – Gruppe S.E.E.L.E. e.V.
- 21.10.2005, München, Gründung der «Münchner Spiritische Studiengruppe Allan Kardec» – GEEAK e.V.
- 2005, Northeim, Gründung der «Allan Kardec Studien- und Arbeitsgruppe» e.V. – ALKASTAR
- 07.02.2007, Berlin, Gründung der SAJA e.V. – «Die Studien- und Arbeitsgruppe Joanna de Angelis»
- 31.01.2012, Düsseldorf, Freundeskreis Allan Kardec – Düsseldorf e.V. – gemeinnütziger Verein
- 2013, Würzburg, Gründung des Freundeskreis Allan Kardec Würzburg e.V.
- 01.01. 2018, München, Gründung des Vereins Weg der Nächstenliebe e.V.
Weitere Gründungen von spiritistischen Vereinen in den Jahren zwischen 2005 und 2010:
Berlin, Gründung des Studienkreis Allan Kardec – Berlin e.V.
Frankfurt, Gründung des Freundeskreises Allan Kardec- Frankfurt am Main e.V.
Mannheim, Gründung des Freundeskreises Allan Kardec- Mannheim e.V.

„Die Genesis“ wird auf Deutsch veröffentlicht
Januar 2004
2004 wurde in Frankfurt am Main das Buch „Die Genesis“ von Allan Kardec durch den Verlag “Lichttropfen” veröffentlicht.
Geschichte des Spiritismus in Deutschland, Quellen: www.kardec.de