Beweise für die Existenz Gottes
Wo findet man den Beweis für die Existenz Gottes? „In einem Axiom, das ihr in euren Wissenschaften anwendet: Es gibt keine Wirkung ohne Ursache. Sucht die Ursache für alles, was nicht das Werk des Menschen ist, und eure Vernunft wird euch die Antwort geben.“ Um an Gott zu glauben, genügt es, den Blick über die Werke der Schöpfung schweifen zu lassen. Das Universum existiert. Es hat also eine Ursache. An der Existenz Gottes zu zweifeln hieße, zu leugnen, dass jede Wirkung eine Ursache hat, und zu behaupten, dass das Nichts etwas bewirken konnte.
Welche Schlussfolgerung lässt sich aus dem intuitiven Gefühl der Existenz Gottes ziehen, das alle Menschen in sich tragen? „Dass Gott existiert; denn woher käme dieses Gefühl, wenn es nicht auf etwas beruhen würde? Es ist auch eine Folge des Prinzips, wonach es keine Wirkung ohne Ursache gibt.“ Ist das innere Gefühl, das wir hinsichtlich der Existenz Gottes haben, nicht das Ergebnis der Erziehung und das Produkt erworbener Vorstellungen? „Wenn dem so wäre, warum haben dann eure Wilden dieses Gefühl?“
Wäre das Gefühl, dass es ein höchstes Wesen gibt, nichts weiter als das Ergebnis einer Lehre, wäre es nicht universell und würde – wie die Begriffe der Wissenschaften – nur bei jenen existieren, die diese Lehre erhalten hätten. Könnte man die erste Ursache für die Entstehung der Dinge in den inneren Eigenschaften der Materie finden? „Aber was wäre in diesem Fall die Ursache dieser Eigenschaften? Es bedarf immer einer ersten Ursache.“ Die ursprüngliche Entstehung der Dinge den inneren Eigenschaften der Materie zuzuschreiben, hieße, die Wirkung für die Ursache zu halten, denn auch diese Eigenschaften sind eine Wirkung, die eine Ursache haben muss.
Was ist von der Ansicht zu halten, die die ursprüngliche Entstehung auf eine zufällige Kombination der Materie zurückführt – mit anderen Worten: auf den Zufall? „Noch eine Absurdität! Welcher Mensch mit gesundem Menschenverstand würde den Zufall als ein intelligentes Wesen betrachten? Und was ist der Zufall überhaupt? Nichts.“ Die Harmonie, die die Energien des Universums regelt, offenbart bestimmte Kombinationen und Absichten und offenbart gerade dadurch eine intelligente Kraft. Die ursprüngliche Entstehung dem Zufall zuzuschreiben, wäre unsinnig, denn der Zufall ist blind und kann nicht die Wirkungen der Intelligenz hervorbringen. Ein intelligenter Zufall wäre kein Zufall mehr. Wo zeigt sich in der ersten Ursache eine höchste Intelligenz, die allen Intelligenzen überlegen ist?
„Ihr habt ein Sprichwort, das besagt: An den Werken erkennt man den Schöpfer. Nun gut, betrachtet das Werk und sucht seinen Schöpfer. Der Stolz gebiert Unglauben. Der stolze Mensch will nichts über sich haben, und deshalb nennt er sich selbst einen starken Geist. Armes Wesen, das schon durch einen Hauch Gottes niedergeschlagen werden kann!“ Die Kraft einer Intelligenz wird an ihren Werken gemessen. Kein Mensch kann das erschaffen, was die Natur hervorbringt. Folglich ist die erste Ursache eine Intelligenz, die der Menschheit überlegen ist. Welche Wunder auch immer die menschliche Intelligenz vollbringt, auch diese Intelligenz hat eine Ursache, und je größer das ist, was sie vollbringt, desto größer ist die erste Ursache. Diese höhere Intelligenz ist die erste Ursache aller Dinge, unabhängig davon, welchen Namen der Mensch ihr gibt.