Was man bei der Beschäftigung mit dem Spiritismus und der Geisterwelt unbedingt beachten sollte.

Für die meisten Menschen, die sich nicht näher mit der Materie auskennen, gehören der Spiritismus sowie auch die Geisterwelt in den Bereich des übernatürlichen und paranormalen. Und das ruft genau zwei Reaktionen hervor: Ablehnung und Neugierde. Diejenigen die ablehnend sind, werden sich entweder nicht weiter mit diesem Thema beschäftigen oder lapidare (Schein-) Argumente gegen den Wahrheitsgehalt des Spiritismus bzw. gegen die Existenz der Geisterwelt hervorbringen. Um diese Skeptiker soll es hier nicht gehen. Die nachfolgenden Ratschläge sind vielmehr die Neugierigen gedacht, die bestrebt sind, mehr über den Spiritismus/die Geisterwelt zu erfahren. Denn es gilt einige wichtige Punkte zu beachten.
1. Überprüfe deine Intention: Was ist der Grund, weshalb du dich mit den Spiritismus beschäftigen möchtest? Warum möchtest du einen Kontakt zu den Verstorbenen oder Geistwesen herstellen? Überlege genau und sei ehrlich. Möchtest du all dies nur aus einer spaßigen Neugierde oder Laune heraus, wegen Lust auf gruselige Attraktionen oder gar aus Langeweile und hast keinerlei Bestreben nach einem ernsthaften Studium der Dinge und einer geistigen und moralischen Entwicklung, dann lass die Finger davon! Der Spiritismus, die Geisterwelt und vor allem die Geistwesen sind keine Spielzeuge, die uns Kurzweil verschaffen und zur Belustigung dienen. Ganz im Gegensatz sogar. Wenn du nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Vorsicht an die Sache herangehst, dann werden die niederen Geistwesen deine Unwissenheit und Unreife ausnutzen und dich zu ihrem Spielball machen. Und das wird dann ganz sicher kein Vergnügen werden.
2. Lerne die Geister zu unterscheiden: In der modernen, ich nenne es mal "Licht-und- Liebe" - Esoterik wird der Glaube verbreitet, dass das Böse und alles Negative in Wahrheit nicht existiere bzw. Illusion sei. Somit bestehe die geistige Welt nur aus Licht und Liebe, einem einzigen riesigen heiapopeia. Dementsprechend seien natürlich auch alle Geistwesen absolut rein und gut, fröhlich, friedlich, ohne Fehl und Tadel, eins mit dem Universum und allwissend. Aber so ein Glaube ist nicht nur naiv, sondern auch gefährlich. Alles Negative hartnäckig zu leugnen, in dem Glauben, dass es dann nicht existiert, ist genauso als ob man die Augen schließt und glaubt, dann unsichtbar zu sein, weil man dann selbst nichts mehr sehen kann. Aber dem ist natürlich nicht so. Lasse also höchste Vorsicht bei der Kontaktaufnahme mit Geiswesen walten, insbesondere wenn du Anfänger und unerfahren bist. Denn nicht alle Geister sind gut und nicht alle ihre Absichten sind rein.
Wenn du nun mit der Kontaktaufnahme beginnst, so rate ich dir, bete zu deinen Schutzengel oder Schutzgeist. Bitte ihn, dass alle niederen und Lug- und Spottgeister aus deiner Umgebung entfernt und nur gute und höhere Geistwesen zur Kommunikation vor gelassen werden. Und selbst dann, wenn es zu einem Kontakt kommen sollte, heißt Vorsicht das oberste Gebot. Warum? Leisten die Engel etwa schlechte Arbeit? Nein, es könnte nur sein, dass trotz des Gebetes niedere Geistwesen doch durch gelassen werden, um den Rufenden zu prüfen oder eine Lektion zu erteilen. So merke dir gut, nicht jeder Geist, der antwortet ist rein. Und nicht jeder Geist, der sich für eine bestimmte Person ausgibt, ist auch tatsächlich diese Person. Selbst wenn du .z B. Tonbandaufnahmen machst und erkennst genau die Stimme deines Opas, deiner Tante, deines Vaters usw., die aus dem Ather zu dir spricht, bleibe trotz aller Freude misstrauisch. Achte dann vielmehr auf die Art und Weise wie dieser spricht. Hat der besagte Verstorbene die Sätze auch so formuliert, die Wörter auf die gleiche Weise benutzt, vielleicht gibt es auch irgendwelche auffallende Floskeln usw., an dem die Person zu erkennen ist.
3. Geiswesen sind nicht allwissend und nicht dazu da, jede unserer Fragen zu beantworten: Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es viel die glauben, dass Geister, eben weil sie im Jenseits sind, automatisch alles wissen. So gibt es auch nicht wenige, die, sei es aus Verzweiflung oder aus Neugierde, Antworten und Rat bei den Verstorbenen suchen. Das ist verständlich uns menschlich, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Vermeide unter allen Umständen die geistige Welt wegen jeder Kleinigkeit zu kontaktieren. Stelle möglichst niemals solche Fragen wie: "Liebt er/sie mich wirklich?", "Wer und wo ist mein Herzensmann/-frau?", "Was sind die Lottozahlen von nächster Woche?" "Wo habe ich meine Autoschlüssel hingelegt?", "Was kann ich heute zum Mittag essen?"usw. Denn wisse, kein höheres Geistwesen würde zu dir hin eilen, nur um dir derartige Fragen zu beantworten.
Man darf nicht vergessen, dass die höheren Geistwesen, wie es der Name schon sagt, entsprechend alles von einer höheren Warte aus betrachten. Sie sind geistig und moralisch so weit entwickelt, dass ihnen solche Fragen banal und belanglos erscheinen. Es besteht für sie einfach kein Grund, diese zu beantworten. Das wäre genauso, als würde man einen Professor für höhere Mathematik anrufen und fragen, ob ein Apfel plus noch ein Apfel wirklich zwei Äpfel sind. Wer hingegen auf solche Banalitäten reagieren wird, sind die niederen Geister. Der gutgläubige Fragende kann dann leicht gefoppt und hinters Licht geführt werden.
4. Atheisten können niemals echte Spiritisten sein: Selbst wenn du großes Interesse hast an Reinkarnation, ein Leben nach dem Tod, Geister und medialen Fähigkeiten und auch fest daran glaubst, aber die Existenz Gottes verneinst, wirst du niemals Einsicht von den tiefen Weisheiten des Spiritismus erlangen.
5. Der Spiritismus ist weder eine Religion noch eine Sekte oder schon gar nicht die bloße Beschwörung von Geistern: Religion, Sekte und Totenbeschwörung, das sind die Begriffe, die stets mit dem Spiritismus in Verbindung gebracht werden, aber das alles ist er nicht. Allan Kardec (eigentlich Hippolyte Léon Denizard Rivail; 1804 - 1869), der Begründer bzw. der Kodifizierer des modernen Spiritismus, verstand diesen selbst als Philosophie und Wissenschaft. Und in der Tat ist die spiritistische Lehre das Ergebnis von einer auf Logik und Nüchternheit fußenden Zusammenfassung der Lehren und Botschaften der Geister.
Somit fehlt dem Spiritismus auch jeglicher Hang zum Mystizismus. Jeder Spiritist wird angehalten, durch ein ernsthaftes Studium und eigener harter Arbeit, die Lehren des Spiritismus zu erfahren, zu begreifen und zu erarbeiten. Der Spiritist soll nicht, wie es die meisten Religionen gern hätten, einfach blind glauben, er soll selbst erfahren. Der Spiritismus fordert Eigenständigkeit und nicht Abhängigkeit von irgendeinem Priester, Guru, Meister oder Konstitution. Zudem wird jeder Spiritist, der an sich eine mediale Begabung entdeckt, dazu aufgerufen, diese kostenlos zum Wohle seiner Mitmenschen einzusetzen. Sich mittels seiner Gabe am seinen Mitmenschen zu bereichern, wird hingegen schärfstens kritisiert. Der Spiritismus darf nicht als Mittel missbraucht werden, um verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Er ist kein fauler Weg, sich der Arbeit zu entziehen. Es hat auch nichts mit dem Spiritismus zu tun, wenn unter dessen Namen (angebliche) Totenbeschwörungen zelebriert werden, um Neugierige hinters Licht zu führen und den eigenen Ruhm zu mehren. Was der Spiritismus ist, ist ein geistiges Leuchtfeuer, dessen strahlendes Licht uns zur geistigen und moralischen Vollkommenheit und somit zu unserer Erlösung führt.
Daniela M.