Guillermina Massanet Rivera de Fermaintt

Guillermina Massanet Rivera de Fermaintt war ohne jeden Zweifel im vergangenen Jahrhundert die bedeutendste Persönlichkeit des Spiritismus in Puerto Rico. Sie zeichnete sich insbesondere durch ihr Engagement für einen Spiritismus aus, der den Lehren von Allan Kardec möglichst getreu entsprach. Guillermina wurde 1892 in der Gemeinde Arroyo geboren und zog bereits in jungen Jahren in die Hauptstadt San Juan, um ihre Ausbildung abzuschließen. Nach ihrem Studium der Pädagogik an der Universität von Puerto Rico war sie viele Jahre als Lehrerin tätig. Darüber hinaus war sie in der puerto-ricanischen Gesellschaft auch durch ihr soziales und kulturelles Engagement bekannt. In ihrem Privatleben heiratete sie Benigno Fermaintt; aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
Ihr bedeutender Einsatz innerhalb der spiritistischen Bewegung Puerto Ricos führte dazu, dass sie 1946, während der Amtszeit von Luis Sánchez, zur Vizepräsidentin der Föderation der Spiritisten von Puerto Rico (FEPR) gewählt wurde. Im selben Jahr nahmen Sánchez und Guillermina am I. Panamerikanischen Spiritistischen Kongress in Buenos Aires (Argentinien) teil. Dort wurde die Panamerikanische Spiritistische Konföderation (CEPA) gegründet, und der Beitritt der FEPR zu dieser neuen internationalen Organisation wurde offiziell bestätigt.
Nach einiger Zeit und dem Rücktritt von Luis Sánchez übernahm Guillermina den Vorsitz der FEPR, den sie bis 1970 innehatte. Im Jahr 1957 wurde sie als erste Frau zur Präsidentin der CEPA gewählt und übte dieses Amt bis 1960 aus. Bei ihrem Amtsantritt fand sie eine Organisation vor, die zwischen Befürwortern und Gegnern eines vorwiegend wissenschaftlich ausgerichteten und nicht religiösen Spiritismus gespalten war – eine Position, welche die CEPA bereits einige Jahre zuvor übernommen hatte. In dem Bestreben, Einheit und einen versöhnlichen Geist zu fördern, war ihre Amtsführung von der Ausarbeitung einer neuen Satzung geprägt, die dazu beitrug, die bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu verringern.
Später, im Jahr 1969, war Guillermina Präsidentin des VIII. Panamerikanischen Spiritistischen Kongresses, der in der puerto-ricanischen Hauptstadt San Juan stattfand. Im Jahr 1977 bereiste sie gemeinsam mit weiteren Frauen das gesamte Gebiet Puerto Ricos und besuchte zahlreiche spiritistische Vereinigungen, um Unterstützung für die Gründung der Vereinigung Puerto-Ricanischer Spiritistischer Frauen in Aktion (AMEPA) zu gewinnen. Ihre Bemühungen waren erfolgreich, und am 17. März 1977 wurde die AMEPA gegründet; Guillermina wurde zu ihrer ersten Präsidentin gewählt.
Ihre Rückkehr in die geistige Heimat erfolgte 1984 im Alter von 92 Jahren. Aufgrund ihres Beitrags zur Entwicklung eines säkularen und freidenkerischen Spiritismus wurde Guillermina bei zahlreichen bedeutenden Anlässen in der Geschichte der CEPA geehrt. So beschloss beispielsweise das Organisationskomitee des XX. Panamerikanischen Spiritistischen Kongresses, der 2008 in Puerto Rico stattfand, die Veranstaltung ihrem Andenken zu widmen. Die Verbreitung des Spiritismus in seiner ursprünglichen Wesensart – gestützt auf die Kodifikation Allan Kardecs und frei von Synkretismen sowie Mystifizierungen – als notwendige Voraussetzung für sein Fortbestehen war der bedeutendste Beitrag, den Guillermina Massanet de Fermaintt zur spiritistischen Bewegung Puerto Ricos und Lateinamerikas geleistet hat.