Rudolf Steiner

Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec, damals Ungarn, heute Kroatien, geboren (Im Bild stehend mit seiner jüngeren Schwester). Seine Kindheit verbrachte er in Pottschach. Dort arbeitete sein Vater als Telegraphist bei der österreichischen Südbahn. Die Familie, zu der sich im Laufe der Jahre noch eine Schwester und ein Bruder gesellten, wohnte im Stationsgebäude, direkt an den Eisenbahnschienen. Dieses Umfeld liess ihn die Polarität von Natur und Technik erleben.

Mit 18 Jahren begann Rudolf Steiner ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien. Dort belegte er zunächst die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Seine inneren Fragen jedoch richteten sich auf das Wesen des Menschen, und er widmete sich verstärkt der Philosophie. Das Phänomen des “Ich-Bewusstseins” wurde eines seiner zentralen Studien.
Mit 29 Jahren wird Rudolf Steiner Mitarbeiter im Goethe-Schiller Archiv in Weimar. Zusätzlich zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften gibt er die Gesamtausgabe von Schopenhauer und Jean Paul (bei Cotta) heraus, schreibt vier Bücher, darunter auch “Die Philosophie der Freiheit” und beginnt seine Vortragstätigkeit. Es kommt zu Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Ernst Haeckel, Hermann Grimm und Friedrich Nietzsche.

In seiner Berliner Zeit arbeitete er als Herausgeber des Magazins für Literatur und als Lehrer an der Arbeiter-Bildungsschule. Er wurde Vorsitzender des Kreises “Die Kommenden”, in welchem er allwöchentlich mit der zeitgenössischen Kunst und Kulturszene zusammentraf. Seine Vorträge in den theosophischen Kreisen bildeten die Grundlage für seine 1913 begründete Anthroposophische Gesellschaft.

Mit dem Umzug nach Dornach und dem Bau des Goetheanums begann die Anthroposophie in der Welt sichtbar zu werden. Steiner stellte in vielen Lebensbereichen manches auf den Kopf und neues auf die Füsse. Für Pädagogik, Medizin, Landwirtschaft, Kunst, Religion und Politik gab er neue Impulse, welche bis heute fortwirken.
Mit grosser Hingabe interessierte er sich während dieser Zeit für die inneren Anliegen anderer Menschen und stand mit vielen berühmten Zeitgenossen, wie z.B. Else Lasker Schüler, Rainer Maria Rilke, Andrej Belyi, Ernst Haeckel und Hermann Grimm in Kontakt. Mit 33 Jahren schrieb er sein philosophisches Hauptwerk Die Philosophie der Freiheit, das Fundament der anthroposophischen Geisteswissenschaft, die er in ca. 30 weiteren Publikationen vertiefte und erweiterte. Desweiteren erschienen mannigfache Artikel, Aufsätze und Kritiken zur Kultur- und Zeitgeschichte.
Unter den bekanntesten Werken fallen:
- Reinkarnation und Karma.
- Das Wesen des Menschen.
- Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal.
- Karma-Erkenntnis.
- Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge.
Steiner desinkarnierte am 30. März 1925 in seinem Atelier am Goetheanum in Dornach.