Regenerative Welten
Aus dem Buch: Das Evangelium im Lichte des Spiritismus - Allan Kardec

Wie viele Welten gibt es unter den Sternen, die im azurblauen Gewölbe des Firmaments leuchten, wie die eure, die der Herr zur Sühne und Prüfung bestimmt hat! Aber es gibt auch solche, die armseliger und besser sind, sowie solche, die vergänglich sind und die wir regenerativ nennen können. Jeder planetarische Wirbelwind, der sich im Raum um ein gemeinsames Zentrum bewegt, trägt seine primitiven Welten der Verbannung, der Prüfung, der Regeneration und des Glücks mit sich. Man hat euch von jenen Welten erzählt, in die die neugeborene Seele versetzt wird, wenn sie noch nichts von Gut und Böse weiß, aber die Möglichkeit hat, sich im Besitz ihres freien Willens selbstbestimmt auf Gott zuzubewegen. Man hat euch auch gesagt, wie umfangreich die Fähigkeiten sind, mit denen die Seele für die Ausübung des Guten ausgestattet ist. Leider gibt es jedoch Seelen, die dem unterliegen, und da Gott sie nicht vernichten will, erlaubt er ihnen, in jene Welten zu gehen, wo sie von Inkarnation zu Inkarnation geläutert und regeneriert werden, um der Herrlichkeit würdig zurückzukehren, für die sie bestimmt sind.
Die Regenerationswelten dienen als Übergang zwischen den Welten der Buße und den glücklichen Welten. In ihnen findet die reumütige Seele Ruhe und Erholung, während ihre Reinigung vollendet wird. Es besteht kein Zweifel, dass der Mensch in diesen Welten noch den Gesetzen der Materie unterworfen ist. Die Menschheit erlebt Empfindungen und Begierden wie die eure, aber sie ist von den ungeordneten Leidenschaften befreit, deren Sklaven ihr seid. In ihr gibt es nicht mehr den Stolz, der das Herz zum Schweigen bringt, den Neid, der es quält, und den Hass, der es erstickt. Das Wort "Liebe" ist auf jeder Stirn geschrieben. In den sozialen Beziehungen herrscht volle Gerechtigkeit. Alle erkennen Gott und versuchen, sich ihm durch die Befolgung seiner Gesetze zuzuwenden.
In diesen Welten gibt es jedoch noch kein vollkommenes Glück, sondern nur die Anfänge des Glücks. Der Mensch ist noch fleischlich und daher den Wechselfällen unterworfen, von denen nur völlig entmaterialisierte Wesen befreit sind. Er muss immer noch Prüfungen durchmachen, aber ohne die stechenden Qualen der Sühne. Diese Welten sind im Vergleich zur Erde sehr glücklich, und viele von euch würden gerne dort bleiben, denn sie stellen die Ruhe nach dem Sturm, die Genesung nach einer grausamen Krankheit dar. In ihnen hat der Mensch, der weniger von materiellen Dingen eingenommen ist, einen besseren Blick auf die Zukunft als ihr; er versteht, dass es andere Freuden gibt, die der Herr denen verspricht, die ihrer würdig sind, wenn der Tod ihren Körper geerntet hat, um ihnen das wahre Leben zu geben. Dann wird die freie Seele über alle Horizonte fliegen. Sie wird keine materiellen und groben Sinne mehr haben, sondern die Sinne eines reinen und himmlischen Perispirits, der die Emanationen Gottes in den Düften der Liebe und der Nächstenliebe einatmet, die aus seiner Brust strömen.
Doch leider ist der Mensch in diesen Welten immer noch fehlbar, und der Geist des Bösen hat seine Macht noch nicht völlig verloren. Nicht voranzukommen ist gleichbedeutend mit Rückschritt, und wenn der Mensch nicht standhaft auf dem Pfad des Guten bleibt, kann er in die Welten der Sühne zurückfallen, wo neue und schrecklichere Prüfungen auf ihn warten.
Betrachtet also das azurblaue Gewölbe in der Nacht, in der Stunde der Ruhe und des Gebets. Dann fragt euch vor den zahllosen Sphären, die über euren Häuptern leuchten, welche die sind, die zu Gott führen, und betet zu Ihm, dass eine erneuerte Welt nach dem irdischen Sühnetod euch erwarten möge. (Hl. Augustinus. Paris, 1862.)